Das französische 40.000 Einwohner-Städtchen Talence ist am Samstag und Sonntag Schauplatz eines richtungsweisenden Mehrkampf-Meetings. Mit dabei sind auch Österreichs Aushängeschilder Ivona Dadic und Dominik Distelberger.

Das Duo hat in Talence hohe Ziele. Dadic will das Olympia-Limit von 6.200 Punkten in Angriff nehmen. Dasselbe gilt natürlich auch für Distelberger (Olympia-Limit: 8.100 Punkte), der allerdings nach zahlreichen von Verletzungen geprägten Monaten seinen Comeback-Wettkampf bestreitet und logischerweise den Ball etwas flacher hält.

„Erstmals seit langer Zeit konnte ich mich ohne verletzungsbedingte Rückschläge auf einen Wettkampf vorbereiten. Das hat richtig gut getan und macht mich zuversichtlich für das Wochenende“, meinte Dadic vor dem Abflug am Donnerstag von Wien nach Paris.

Das zuletzt lädiert gewesene Fußgelenk braucht zwar noch den einen oder anderen Monat, um komplett zu heilen, bereitet der 21-jährigen Oberösterreicherin jedoch keine gröberen Probleme mehr. „Wenn alles gut läuft, dann könnte schon eine ganz anständige Punkteanzahl herauskommen“, sagte Dadic zuversichtlich.

Ob es dann auch wirklich die ominösen 6.200 Punkte werden? „Um die 6.200 Punkte zu schaffen, bräuchte ich theoretisch nicht einmal eine einzige persönliche Bestleistung in einer Disziplin. Ich darf nur in keiner Disziplin ‚ausleeren‘. Ich werde versuchen, locker zu bleiben und mein Bestes zu geben!“ Sollte es in Talence nicht klappen, hätte Dadic aber im Jahr 2016 noch weitere Möglichkeiten, das Limit zu knacken.

Auch Dominik Distelberger macht sich keinen Druck bei seiner Rückkehr auf die Zehnkampf-Bühne. Nach einer Schulter-Operation und Entzündungen an beiden Achillessehnen musste der Niederösterreicher nicht nur die Leichtathletik-WM in Peking auslassen, sondern auch seinen Aufbau komplett anders gestalten.

„Meine Erwartungen sind sicher nicht die, die ich normalerweise an einen Wettkampf habe. Es ist ein bisschen eine Wundertüte – ich bin selbst gespannt, was am Ende rauskommt.“

Der Fokus liegt auf den Wurfdisziplinen. So hat Distelberger den Diskus heuer bereits drei Mal über 45 Meter weit geworfen. Im Vorjahr lag seine Bestmarke noch bei 42 Metern. Auch beim Kugelstoßen und mit dem Speer waren die Trainingsleistungen zuletzt sehr gut.

Ein Fragezeichen steht aber hinter den Laufdisziplinen. „Die Läufe fehlen mir komplett, und auch die Grundlage. Deshalb schaue ich nur von Disziplin zu Disziplin.“ Wenn seine Würfe funktionieren, glaubt Distelberger, könnten am Ende aber „gute Punkte“ rausschauen. „Körperlich hätte ich die 8.000 Punkte schon wieder drauf, aber ich rechne jetzt nicht damit.“

Das Limit für die Olympischen Spiele in Rio 2016 ist in Talence noch kein Thema. „Da muss schon ein kleines Wunder passieren.“ Stress macht sich Distelberger keinen. „Natürlich wäre es schön, wenn ich das Limit in der Tasche hätte. Dann könnte ich mich in Ruhe auf Rio vorbereiten. Aber jetzt geht es einmal darum, beim Comeback die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen.“

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