Dominik Distelberger schwitzt für die Freiluft-Saison. Im französischen Montpellier, auf der Anlage des Olympia-Zweiten Kevin Mayer, bereitet sich der Mehrkämpfer aus dem Kornspitz Sport Team auf das Heim-Meeting in Götzis (27.-28. Mai) vor. Im Interview spricht der Niederösterreicher über seine Trainingsgemeinschaft mit Kai Kazmirek, Zuwachs in seinem Betreuerstab und seine Ziele für die Saison 2017.

 

Dominik, seit Platz vier bei der Hallen-EM sind 45 Tage vergangen. Wie läuft die Vorbereitung auf die Freiluft-Saison?
Ich habe nach der EM vier Tage Pause gemacht, dann bin ich wieder voll ins Training reingestartet. Mehr Umfänge, mehr Kraft, einfach um den Körper auf die Freiluft-Saison vorzubereiten. Die Technik stand zuletzt nicht so im Vordergrund, darauf konzentrieren wir uns jetzt im Trainingslager.

 

Du bildest in Montpellier wieder mit dem Deutschen Kai Kazmirek eine Trainingsgruppe. Wie kam es dazu?
Wir waren schon bei der U20 zusammen unterwegs und verstehen uns einfach gut. Ich war schon öfter bei Kai, habe im letzten Jahr nach den Olympischen Spielen bei ihm gewohnt, heuer waren wir gemeinsam auf Teneriffa und jetzt eben Montpellier, wo wir wieder möglichst viel gemeinsam trainieren werden.

 

Was kannst du dir vom Olympia-Vierten von Rio 2016 abschauen?
Sehr viel, speziell im Technik-Bereich. Kai ist ein Trainingsschwein, im absolut positiven Sinn. Er beißt voll rein, ist sich für nichts zu gut und sudert nicht, egal wie hart es ist. Vor allem aber ist er der wahrscheinlich beste 400-m-Läufer im Zehnkampf. Dafür bin ich auf der Kurzdistanz etwas schneller.

 

Also sind packende Duelle im Länderkampf Österreich – Deutschland garantiert?
Jeder mag immer schneller sein als der andere, höher oder weiter. Das Niveau ist unglaublich hoch. Aber so haben wir beide etwas davon. Und ich brauche diese Vergleiche auch, um besser zu werden und mich zu entwickeln. Daheim ist es schwierig für mich. Ich trainiere mit Markus Fuchs, er ist der schnellste Sprinter in Österreich. Aber dann wird es schon schwierig, weil ich keinen habe, der mich zieht.

 

Stichwort Weiterentwicklung: Du gehst gemeinsam mit Coach Herwig Grünsteidl in die 13. Saison. Was zeichnet eure Zusammenarbeit aus?
Die Basis ist sicher das über viele Jahre aufgebaute Vertrauen. Aber wir entwickeln uns beide weiter, probieren viel, versuchen Dinge zu hinterfragen und neue Reize zu setzen. Ich bin seit 13 Jahren im Leistungssport und weiß, was gut für meinen Körper ist. Daran arbeiten wird und daraus ergibt sich eine Summe aus Übungen und Skills, die man ins Training einbringen kann.

 

Du hast dein Team aber zuletzt auch um zwei namhafte Trainer erweitert?
Ja, ich arbeite jetzt mit Gerhard Mayer am Diskus und mit Elisabeth Eberl mit dem Speer. Sie waren beide an der Spitze dabei und verstehen, wie es einem Athleten geht. Dadurch waren wir von Anfang an auf einer Wellenlänge. Als Mehrkämpfer ist es wichtig, dass du Spezialisten an Bord hast. Bei zehn Disziplinen kannst du nicht bis ins kleinste Detail gehen, aber die Basics müssen passen – und das ist viel schwieriger als es sich anhört.

 

Weißt du schon, wie deine Saisonplanung aussieht?
Die beiden großen Höhepunkte sind das Heim-Meeting in Götzis und die WM in London. Und dann möchte ich noch einen dritten Zehnkampf machen, um in die Challenge reinzukommen. Das Meeting in Talence im Herbst würde ich gerne noch einmal machen, das ist ein richtig cooler Wettkampf. Ansonsten werde ich einige kleinere Vorbereitungswettkämpfe für die Einzeldisziplinen bestreiten.

 

Abschließend: Woran liegt es, dass der Mehrkampf mehr und mehr zu einer österreichischen Domäne wird?
Ich denke, dass es ein bisschen Zufall ist, dass es jetzt so zusammenkommt, aber ein sehr schöner Zufall. Ivona Dadic verbessert sich Jahr für Jahr, Sarah Lagger ist Junioren-Weltmeisterin und Verena Preiner hat eine unglaubliche Entwicklung gemacht. Als Kind habe ich Götzis im Fernsehen gesehen, so bin ich zur Leichtathletik gekommen. Hoffentlich gelingt uns das mit unseren Leistungen auch.

Quelle: communications management
Photocredits: © GEPA pictures

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *