Es ist eines der größten und wichtigsten Rennen des Jahres: Das 24-Stunden-Rennen von Daytona. Die 53. Ausgabe des Klassikers konnte nach einem Rennen voller Ausfällen Chip das Ganassi-Team für sich entscheiden.

Das 24-Stunden-Rennen von Daytona gehört seit über 53 Jahren zu einem Klassiker für jeden Motorsportfan. Es ist das erste Langstreckenrennen für Sportscar-Wagen des neuen Jahres und unter anderem aus diesem Grund eines der prestigeträchtigsten, neben den 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring und Le Mans.

Das Rennen startete am Samstagabend gegen 20:00 Uhr österreichischer Zeit, und direkt in der ersten Runde gab es viel Action auf der Strecke zu sehen. Pole-Sitter Ozz Negri (Michael Shank Racing Ligier-Honda JSP2) führte das Feld über die Startlinie auf dem Trioval, auf dem in wenigen Wochen der erste Lauf der neuen NASCAR-Saison stattfinden wird. Doch schon in den ersten Kurven der Innenstrecke konnte Ganssi’s Scott Dixon aus der IndyCar-Serie am Brasilianer vorbeigehen und somit die erste Runde als Führender abschließen.

Stark in der GT Daytona: Der Österreicher Philipp Eng im Porsche 911. (#58) | Fotocredit: motorculture via Ohotopin [cc]
Stark in der GT Daytona: Der Österreicher Philipp Eng im Porsche 911. (#58) | Fotocredit: motorculture via Ohotopin [cc]
Bereits in der ersten Stunde konnte ein Desaster gerade noch verhindert werden: Nachdem das Auto #66 sich in der Bus-Stop-Schikane gedreht hatte, rollte es wieder zurück auf die Strecke. Bei laufendem Rennbetrieb konnten die folgenden GT-Autos gerade so ausweichen, während ein Risi Ferrari noch in der letzten Sekunde nach außen ausweichen konnte. Zwar berührte der Ferrari noch das Heck, jedoch war das Auto nicht besonders schwer beschädigt und eine größere Katastrophe konnte verhindert werden.

Die erste Caution wurde ebenfalls in der ersten Stunde durch den Flying Lizard Audi #45 ausgelöst, als sich der Audi R8 LMS drehte und auf dem Apron von NASCAR-Kurve 3 stehen blieb. Das Auto konnte geborgen werden und der Rennbetrieb ging weiter.

Als es in die Nacht ging, führte Kyle Larson (Chip Ganassi Racing #2) das Feld an, verlor jedoch plötzlich an Vorsprung auf den Zweitplatzierten und musste den Wayne Taylor Racing-Wagen passieren lassen. Ein weiterer Event in der Nacht war die Kollision beider Werksporsche, zu dieser Zeit gesteuert von Earl Bamber und Marc Lieb bei Rennhalbzeit.  „Die Nummer 007 [TRG-AMR North America, Anm. d. Red.] und die Nummer 911 drückten sich gegenseitig auf die Kerbs hinaus und ich hatte keine andere Möglichkeit als auf das Gras zu gehen“, erklärte Earl Bamber (Porsche) später dem IMSA-Radio. „Leider verlor ich dann die Kontrolle und erwischte ich dann die 911. Eine Schande für das Team.“ Trotz diesem Vorfall blieb die Nacht in Daytona erstaunlich ruhig und die Mechaniker von einigen Teams konnten sogar wenige Stunden Schlaf finden.

Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang über der Strecke in den USA baute sich Spannung auf. Die beiden Führungsfahrzeuge rückten immer näher zusammen und kollidierten schließlich auf dem Weg in die Boxengasse. Einen ernstzunehmenden Schaden hat zwar keiner der beiden Wagen davon getragen, jedoch war dies der erste Schlagabtausch im Kopf-an-Kopf-Rennen sowohl um die Spitze. Ebenso gaben sich auf der Strecke für mehrere Runden der Dritt- und Viertplatzierte Saures.

 

Den Zuschauern bot sich ein Rennen, welches noch bis zur letzten Stunde offen blieb. Alle 15 Minuten wechselte durch Boxenstopps der Führende, ein Sprintrennen, welches sich alle 45 Minuten nach Boxenstopps neustartete. Es wurde zu einem Favoritensterben, vorallem durch Materialermüdung. Mehrere Autos gaben das Rennen gezwungenermaßen auf, darunter der markante DeltaWing oder der Prototyp #01 von Ganassi. Bei letzterem Auto meldete Sage Karam eine rutschende Kupplung, weshalb nach mehreren Boxenstopps und einer Stop-And-Go-Strafe für zu viele Teammitglieder über der Boxenmauer das Auto, mit dem Scott Pruett und Joey Hand 2015 in der USCC-Serie starten werden aus dem Verkehr nehmen mussten.

Scott Dixon führte sein Ganassi-Team zum Sieg. | Fotocredit: motorculture via Photopin [cc]
Scott Dixon führte sein Ganassi-Team zum Sieg. | Fotocredit: motorculture via Photopin [cc]
Nicht einmal 19 Minuten vor Ende überschlugen sich die Ereignisse ein weiteres Mal. Innerhalb von einer Minute verloren gleich drei Piloten die Kontrolle über ihren Wagen, unter anderem aus der GT-Klasse oder den Prototypen. Besonders schlimm erwischte es aber Colin Braun (CORE Autosport) in seinem ORECA FLM09: Nachdem er im Infield sich erst verbremste, das Auto aber im Rückwärtsgang wieder auf die Strecke bringen konnte, nahm er wohl zu viel vom Kerb in der Bus-Stop-Schikane mit, und platzierte seinen Wagen in der Mauer, welcher Feuer fing. Braun blieb unverletzt und das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden, jedoch war das Rennen für den Vorjahressieger und Gesamtführenden in der Prototyp-Klasse damit beendet.

Nach der letzten Caution, die sieben Minuten vor Ende des Rennens beendet wurde, setzten sich die beiden Gesamtführenden Scott Dixon und Sebastien Bourdais vom restlichen Feld ab. Zwei Minuten später fuhr der Drittplatzierte Ricky Taylor ein an die Box um zu tanken, es wurde ein Sprintrennen bis zum Ende. Für den Franzosen Bourdais bestand aber keine Chance mehr: Nach 740 Runden und 4.239 Kilometern entschied Chip Ganassi-Pilot Scott Dixon das alljährliche 24-Stunden-Rennen von Daytona für sich. Auch in der GT-LM-Klasse wurde es zum Schluss noch einmal knapp. Letzten Endes siegte Antonio Garcia auf seiner gelben Corvette mit unter 0,5 Sekunden gegen Tom Kimber-Smith.

Groß war die Freude, als das Auto #02 auf die Victory Lane geschoben wurde, und sich die Mannschaft um Scott Dixon, Tony Kanaan, Kyle Larson und Jamie McMurray auf dem Podium versammelte. Als Preis erwarteten sie eine silberne Trophäe für das Auto und Uhren von Hauptsponsor Rolex. Das nächste Mal treffen sich die United Sportscar Championship-Teams am 21. März zum 12-Stunden-Rennen in Sebring.

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