Nach Rio ist vor Tokio: Wildwasserkanutin Corinna Kuhnle will 2020 zum dritten Mal bei den Olympischen Spielen an den Start gehen, wie sie bei einem Medienstammtisch ihres Sponsors Sportland Niederösterreich ankündigte.

Die abgelaufene Olympiasaison wurde von der 29-Jährigen und ihrem Team längst analysiert und aufgearbeitet. Die Weltmeisterin von 2010 und 2011 ist trotz der verpassten Olympiamedaille mit der Saison zufrieden und konnte sich in der Zwischenzeit durchaus mit dem starken fünften Platz in Rio anfreunden. Allein die Qualifikation für das sportliche Großereignis war ob der starken internen Konkurrenz als großartige Leistung einzustufen. Aufgrund der harten Qualimühle musste auch das Training anders ausgerichtet werden: „Das Hauptaugenmerk wurde auf konstante Läufe gelegt, das Risiko wurde bestmöglich minimiert“, so die Niederösterreicherin. In der Olympia-Vorbereitung begann Kuhnle die Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer, der sie bei Wettkämpfen und insbesondere an Bewerbstagen begleitet – ein Konzept, das die zweifache Gesamtweltcupsiegerin beibehalten möchte.

Nach einer rund dreiwöchigen Trainingspause startet Kuhnle wieder mit vollem Elan in die Saisonvorbereitung. In der ersten Phase spielt besonders die Physiotherapie eine wichtige Rolle, um Probleme mit dem linken Ellenbogen, die zuletzt aufgetreten sind, zu beseitigen. Neben ihrer Karriere als Leistungssportlerin studiert die 29-Jährige Sportwissenschaft an der Universität Wien. „Dort bin ich auch mental gefordert – das gibt mir einen geistigen Ausgleich zum Spitzensport“, so Kuhnle, die sich für die „Karriere danach“ auch einen Job als Trainerin vorstellen kann, um mit dem Sport verbunden zu bleiben.

Fernziel Tokio
Schon jetzt blickt die Kanutin aus Höflein nach Tokio. Den Weg zum Ziel geht Kuhnle von nun an mit dem neuen Cheftrainer Helmut Oblinger, der erst am Mittwoch vom Verband vorgestellt wurde. „Ich bin dann 33 Jahre alt – bis Mitte 30 kann man den Kanusport problemlos betreiben“, so die Rio-Fünfte. Da der Canadier-Einer der Damen 2020 ins olympische Programm aufgenommen wird, liebäugelt Kuhnle sogar damit, sich auch in dieser Disziplin zu versuchen, „allerdings ist auch in dieser Klasse die interne Konkurrenz sehr stark.“ Als besonders reizvoll empfindet die 29-Jährige den C2-Mixed-Bewerb, der neu eingeführt werden soll: „Mit einem jungen Burschen gemeinsam im Boot zu sitzen, wäre schon eine interessante Geschichte.“ Ob dieser Wettkampf allerdings auch olympisch wird, steht noch in den Sternen.

Einzig das Thema Förderung könnte sich als schwierig erweisen. Ob es einen Nachfolger für das „Projekt Rio“ des Sportministeriums geben wird, ist nicht absehbar. „Das ‚Projekt Rio‘ war von großer Bedeutung für mich. Alle gewünschten Trainingsmaßnahmen konnten durchgeführt werden. Die Planung erweist sich jetzt als schwierig“, hat Kuhnle noch keine Gewissheit.

Nächste Großereignisse vor der Tür
Doch bevor die „Mission Tokio“ in den Vordergrund rückt, stehen weitere Großevents an. Für Kuhnle rücken die Europameisterschaft in Tacen (SLO) und die Weltmeisterschaft in Pau (FRA) in den Fokus. An den EM-Austragungsort hat die Niederösterreicherin besonders gute Erinnerungen, denn dort krönte sie sich vor sechs Jahren erstmals zur Weltmeisterin. „Die EM-Goldene fehlt in meiner Trophäensammlung noch, das wäre schon toll“, gibt sie die Marschroute vor.

Foto: MK-Sports

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