Von 26. – 29. Mai geht das Erzbergrodeo über die Bühne. Mit rund 45.000 erwarteten Zuschauern, bedeutet das nicht nur einen Kraftakt für die Endurorider sondern auch für das Organisationsteam.

Das einzigartige Enduro-Event im steirischen Eisenerz bietet vier Tage lang Motorsport-Action & Abenteuer vom Feinsten. Damit am Tag X alles nach Plan läuft und ein reibungsloser Ablauf garantiert werden kann, ist ein organisatorischer Aufwand von unglaublichem Ausmaß notwendig. Vom Auf- und Abbau über die Kommunikation und die Zeitnehmung bis hin zu extremen Wetterbedingungen – das Erzbergrodeo ist in jeder Hinsicht ein Event, das die Grenzen des Machbaren auslotet.

Die Extreme, denen Mensch und Material ausgesetzt sind, beginnen bereits beim Wetter: Selbst Ende Mai oder Anfang Juni können unwirtliche Bedingungen den Mitarbeitern, aber auch Computern, Handys und Tablets auf dem Erzberg-Areal gehörig zusetzen. Ungemütlich niedrige Temperaturen rund um den Gefrierpunkt oder extrem schweißtreibende 35 Grad und mehr sind keine Seltenheit.

Kletterausrüstung und Spezialbohrer: Team gefordert und im Dauereinsatz
Für den gesamten Aufbau stehen lediglich fünf Tage zur Verfügung, rund 60 Mitarbeiter sind damit betraut und haben in dieser Zeit alle Hände voll zu tun. Der Aufbau erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bergbaubetrieb der VA Erzberg, es muss ein minutiöser Plan eingehalten werden. Pro Aufbautag rollen rund 30 LKWs an, die beispielsweise 150 Fahrzeuge (Quads, Motorräder, Autos, Shuttlebusse) anliefern. „Rund um die Strecke müssen vier Kilometer Absperrgitter sowie jeweils sechs Kilometer Absperrzäune und Absperrbänder angebracht werden. Dieses Material wird großteils mit John Deere Allrad-Traktoren, die vom Lagerhaus zur Verfügung gestellt werden, transportiert“, erklärt Mark Schilling, Leiter der Organisation des Erzbergrodeos. Für eine gute Orientierung auf dem rund 700 Hektar großen Areal sorgen 500 Großbanner und Transparente. Auch die Sponsoren des Erzbergrodeos werden mit Riesentransparenten vor Ort perfekt in Szene gesetzt. Für das Anbringen dieser Werbeflächen benötigen die Mitarbeiter aufgrund des unwegsamen Geländes am Erzberg sogar Kletterausrüstung. Starke Männer sind beim Bau der Rennstrecke gefragt: Mit Spezialbohrern müssen um die 6.000 Löcher in den harten Boden des Erzbergs gebohrt werden. Nach der Veranstaltung sind für den kompletten Abbau zwei Tage anberaumt.

Menschenmassen, überlastete Handynetze und TV-Bilder, die um die Welt gehen
Auch was die Kommunikation betrifft, ist das Erzbergrodeo alles andere als eine Standardveranstaltung. Wenn die Handynetze vor Ort überlastet sind, sorgen 150 Funkgeräte für die lebensnotwendige Kommunikation. Für die TV-Liveübertragung des Events auf ServusTV und Red Bull TV werden zwölf Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Unglaubliche zehn Terrabyte an Datenmaterial werden jährlich produziert, Berichte täglich über den Satelliten-Uplink in die ganze Welt verschickt.

Insgesamt sorgen 800 Mitarbeiter sowie 20 Teamleiter in den drei Organisationseinheiten Rennleitung, Organisation und Race Office für einen reibungslosen Ablauf und eine gelungene Veranstaltung. 30 Autobusse bringen die Besucher zu den Hotspots des Geländes, für die Betreuung der etwa 400 Medienvertreter ist ein sieben-köpfiges Presseteam abgestellt. Die rund 1.000 VIP-Gäste wollen bekocht und versorgt werden: Hubschrauberflüge, Motorrad- und Quadfahrten für VIPs oder auch KinderTrial gehören zum Rahmenprogramm, das ihnen geboten wird. Eine wichtige Funktion kommt den 200 Tourguides zu: Sie dürfen sich motorisiert auf dem Gelände bewegen und haben Transport-, Sicherheits- und Kontrollfunktionen. Während der fünf Veranstaltungstage und –nächte leben nicht weniger als 6.500 Personen am Erzberg. „Weil es kein Wasser und keinen Strom gab, mussten eigene Sanitärkonzepte erarbeitet werden. Um den Komfort der Gäste sicherzustellen, werden diese über Aggregate und Wassertanks mit dem Notwendigen versorgt“, berichtet Schilling.

Innovative Zeitmessung für hunderte Fahrer
Eine logistische Meisterleistung stellt nicht zuletzt die neue Zeitmessung von hpc Consulting dar, die seit 2014 beim Erzbergrodeo im Einsatz ist. Die Fahrer müssen mehr als 20 Checkpoints in einer bestimmten Reihenfolge anfahren. Ein robuster und wetterfester RFID-Scanner zeichnet die Daten an den einzelnen Checkpoints auf, ein eigens programmierter Server bereitet diese für die Live-Übertragungen im TV auf. Die Scanner an den Checkpoints wurden völlig unabhängig voneinander programmiert, um sicherzustellen, dass die Datenübertragung auch bei einem Netzausfall oder Absturz der Lesegeräte funktioniert. Als große Herausforderungen bei der Entwicklung der neuen Zeitmessung als Nachfolger der selbstgebauten Lesegeräte galten das unbeständige Wetter, die nicht immer funktionierende Netzabdeckung am Berg sowie der hohe Eisengehalt und die nicht abgeschirmten Motocross-Motoren.

Quelle: Erzbergrodeo GmbH – Yield PR
Photo Credits: GEPA pictures/ Andreas Pranter

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