Im Badminton ist Österreich bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro durch ein Duo aus dem Ländle vertreten: David Obernosterer und Elisabeth Baldauf halten unter dem Zuckerhut die rot-weiß-rote Fahne hoch. Beide haben attraktive Gegner zugelost bekommen. Die Ziele sind ehrgeizig.

Eine harte Qualifikation liegt hinter den beiden Österreichern, die im vergangenen Jahr über 300.000 Flugkilometer in 100 Flügen zurücklegten. „Das war natürlich schon sehr anstrengend. Am schwierigsten war, sich immer auf die neuen Bedingungen wie Klima und Zeitzone einzustellen. Auf Dauer war das sehr belastend“, erinnert sich Obernosterer an die Qualifikationsperiode, die ein Jahr dauerte – und mit dem Olympiaticket belohnt wurde. Dafür nahm das Duo auch in Kauf, zehn Turniere mehr zu bestreiten als normalerweise.

Das Olympia-Feeling kam beim 27-Jährigen bereits im Rahmen der Einkleidung im Wiener Marriott-Hotel auf: „Die Einkleidung ist ein bisschen wie Weihnachten. Bei jedem Stand darf man sich etwas holen, es sind wirklich tolle Produkte dabei. Wir werden in Rio bestes ausgerüstet an den Start gehen“, freut sich der Badmintonspieler über die Ausstattung im Wert von 3.900 Euro. Auch die Austragungsstadt hat es dem Schwarzacher angetan: „Ich war schon zweimal in Rio und finde diese Stadt einfach genial. Ich hoffe, dass man die Sicherheit während der Spiele im Griff hat. Das Volk in Brasilien ist größtenteils sehr freundlich und ich glaube, dass die Stimmung sensationell sein wird“, so Obernosterer, der aber auch Kritiker versteht: „Dennoch finde ich, dass Olympia eine große Chance für das Land ist.“

Die Auslosung im Vorfeld bescherte dem ÖBV-Duo die erwartet schwierigen Aufgaben. Obernosterer bekommt es sogar mit dem Chinesen Lin Dan zu tun, der in Peking und London Gold gewann und von Experten als bester Badmintonspieler aller Zeiten gesehen wird. Auch gegen den Vietnamesen Tien Minh Nguyen und Vladimir Malkov aus Russland ist der Vorarlberger Außenseiter, wenngleich nicht chancenlos. Nur der Gruppensieger steigt in die K.o.-Phase auf. „Ich bin sicherlich Außenseiter in dieser Gruppe. An einem guten Tag von mir und einem schlechten meines Gegners ist aber alles möglich. Falls sich die Chance ergibt, möchte ich bereit sein, um voll zuschlagen zu können. Mein Minimalziel ist, als erster Österreicher seit 1996 ein Match bei Olympia zu gewinnen“, gibt Obernosterer die Marschroute vor.

Elisabeth Baldauf trifft in ihrer Gruppe auf die Taiwanesin Tai Tzu Ying und die Russin Natalia Perminova. Auch sie geht als Außenseiterin in die Matches.

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