Die Siegesserie gegen Finnland ist für Österreich gerissen. Zum Auftakt in der Qualifikation zur EURO 2018 Mittwochabend in der Arena Nova in Wiener Neustadt verliert die Truppe von Teamchef Patrekur Jóhannesson gegen die Skandinavier mit 27:31. Bis zehn Minuten vor Ende der Partie konnte man die Gäste auf Distanz halten, musste lediglich einige Male den Ausgleich hinnehmen. Nachdem das Ergebnis erneut egalisiert wurde, ging Finnland erstmals mit 24:23 in Führung, baute diese in der Folge bis auf drei Tore aus und brachte das Ergebnis souverän über die Zeit – Endstand 27:31 aus Sicht der Österreicher.

Den Sieg gegen Finnland wollte man unbedingt und lange Zeit sah auch alles danach aus. Von Beginn weg legten Neo-Kapitän Max Hermann und seine Teamkollegen aggressiv und konzentriert los, führten nach wenigen Minuten mit 3:0. Den Finnen gelang erstmals der Ausgleich in der 12. Spielminute zum 5:5. Österreich konnte sich aber dank Thomas Bauer im Tor und einer guten Deckungsarbeit nochmals mit drei Toren absetzen und mit einer 16:14-Führung in die Pause gehen.

Nach Seitenwechsel stellte man abermals einen Drei-Tore-Vorsprung her, der innerhalb von drei Minuten verspielt wurde. Bis zur 50. Minute gelang es den Österreichern den Gegner halbwegs in Schach zu halten und sich immer wieder die Führung zu erkämpfen, doch dann wendete sich das Blatt.

Gerald Zeiner vergab beim Stand von 23:23 einen Siebenmeter, Finnland eroberte im Gegenzug erstmals die Führung in dieser Partie. Durch Eigenfehler der Österreicher kamen die Gäste zu einfachen Torchancen die eiskalt ausgenutzt wurden. Am Ende hieß es 31:27 für Finnland.


Drei Siebenmeter vergeben und die Stange als Spielverderber
Insgesamt vergaben die Österreicher drei Siebenmeter. Immer wieder landete der Ball zudem statt im Netz an der Stange.

Dafür konnte zumindest Goran Aleksic ein gelungenes Debüt feiern. Bei seinem ersten Einsatz in der zweiten Halbzeit parierte er spektakulär einen Siebenmeter der Finnen. Auch in der Folge konnte er seine Einberufung bei seinen Kurzeinsätzen immer wieder mit tollen Paraden rechtfertigen.


Abschied von Vitas Ziura
Vor Spielbeginn wurde Vitas Ziura offiziell verabschiedet, der am 15. Juni gegen Dänemark sein letztes Spiel im Nationalteamdress absolvierte. Am 29. Oktober 2005 gab Vitas Ziura sein Debüt im Österreichischen Handball Nationalteam gegen Israel. Mit sieben Treffern feierte er einen Einstand nach Maß. Nach insgesamt 94 Länderspielen und exakt 200 Toren für Österreich, hängte er am 15. Juni diesen Jahres nach dem Spiel gegen Dänemark sein Teamdress für immer an den Nagel. Der heute 37-Jährige war über Jahre hinweg ein wichtiger und fixer Bestandteil des Teams, kämpfte sich nach Verletzungen zweimal zurück. Dank seiner bei Gegnern gefürchteten Deckungsarbeit hatte er maßgeblichen Anteil an den Erfolgen bei der Heim-EM 2010, der WM-Quali 2011, der EM 2014 in Dänemark und der WM 2015 in Qatar.

Patrerkur Jóhannesson, Teamchef Österreich: „Das ist natürlich eine Enttäuschung, ich muss dieses Spiel noch genau analysieren. Wir haben gut und aggressiv begonnen. Jeder hat gekämpft, als dann aber der ein oder andere Siebenmeter verworfen wurde wurden die Spieler nervös. Finnland hat zudem deutlich aggressiver gespielt als in den vergangenen Partien. Heute haben sie verdient gewonnen.“
Maximilian Hermann, Kapitän Österreich: „Das war heute nicht das, was wir uns vorgenommen haben und können. Wir haben zu einfache Tore bekommen, viele technische Fehler gemacht und zu viele Chancen liegen gelassen. Am Schluss haben wir nicht mehr ins Spiel gefunden, konnten den Rückstand einfach nicht mehr aufholen.“
Nikola Bylik, Team Österreich: „In der 2. Halbzeit haben wir nicht das gespielt, was wir spielen sollten. Das ist heute ein sehr harter Schlag für uns. Jetzt haben wir ein wichtiges Spiel gegen Bosnien-Herzegowina das wir gewinnen müssen. Heute haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Das Spiel müssen wir abhaken, nach vorne schauen und unser Ding durchziehen.“

 

PhotoCredit: EXPA/ Sebastian Pucher

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