Pepo Puch liegt bei den Paralympics in Rio im Grade 1b mit Fontainenoir nach Platz 2 (74 Prozent) im Team Test auf Medaillenkurs. Österreichs Para-Team ist nach den Starts von Michael Knauder und Julia Sciancalepore (beide Grade 1a, Platz 21 und 22 mit 67,9 und 67 Prozent) Sechster in der Mannschaftswertung. Der steirische Team-Leader und Gewinner von Gold und Bronze bei den Paralympics 2012 im Interview über Pferdeethik, südamerikanische Gelassenheit und die „Mission Medaille“.

Platz 2 für dich in der ersten Wertung bei den Paralympics in Rio de Janeiro, Zwischenrang 6 mit dem Team nach den Ritten deiner Kollegen Michael Knauder und Julia Sciancalepore. Am  Dienstag folgt noch Grade II-Reiter Thomas Haller. Kann man von einem Traumstart sprechen?
Pepo Puch: Wir liegen voll auf Kurs, das Ergebnis passt und die Stimmung im Team ist unglaublich gut. Fonti ist wahnsinnig gut gegangen, alles ist perfekt gelaufen. Gerade bei den Paralympics kommt es oft anders, als man das geplant hat, aber wir haben unseren Ablauf minutiös geplant und umgesetzt.

Wie hast du die Re-Inspection deines Sportpartners Fontainenoir erlebt?
Puch: Das war am Samstag ein Riesentheater. Aber ich habe gut geschlafen, war nie nervös. Natürlich wäre es mir anders lieber gewesen, aber uns war klar, dass er gut vortraben wird. So war’s dann am Sonntag auch: Einmal rauf, einmal runter und dann volle Konzentration auf den Bewerb.

Wie stehst du dazu, dass rund 20 Prozent der Pferde beim Vet-Check aus dem Bewerb genommen wurden?
Puch
: Es ist ganz wichtig, dass die Pferdeethik hochgehalten wird. Die Paralympics sind eine große Bühne, die ganze Welt schaut auf uns, deshalb finde ich es gut, dass genau darauf geachtet wird, ob die Dinge wirklich passen.

Was sagst du zum Paralympic Venue in Deodoro und zum Rundherum?
Puch
: Die Anlagen sind grundsätzlich sehr gut, einzig der Asphalt im Stadion klingt recht laut. Aber wir haben uns auch darauf gut vorbereitet. Mein einziges Problem ist, dass ich vom Stadion in den Stall immer so lange brauche, weil ich so viele Leute treffe, die mich kennen und sich kurz unterhalten wollen.

Und das Leben im Dorf?
Puch: Wir sind super untergebracht, das Essen schmeckt gut, es fehlt uns an nichts. Manche Dinge sind vielleicht etwas südamerikanisch, aber der Wille ist bei allen Helfern da – und das macht es wahnsinnig lässig.

Wie sieht der weitere Fahrplan für die „Mission Medaille“ aus?
Puch: Am Montag war ein ruhiger Tag. Wir wollten Fonti runterbringen und mit leichtem Stretching erholen. Die nächsten Tage werden wieder intensiv, da ist es wichtig, dass wir nicht durchgehend die Spannung halten. Am Dienstag wird noch einmal trainiert und dann wird’s mit der ersten Medaillenentscheidung im Individual richtig ernst.

 

Interview: Stephan Schwabl
Foto: ÖPC/Franz Baldauf

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